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 Trunstadt (Gemeinde Viereth-Trunstadt)

Blick auf TrunstadtZwei Wegstunden unterhalb der Bischofsstadt Bamberg, auf der linken südlichen Mainseite, liegt an den fruchtbaren, sonnigen, streuobstgesegneten Nordostausläufern des Steigerwaldes zum Bamberger Kessel hin - 240-250 m über NN - der rund 1300 Einwohner zählende Ort Trunstadt.

Sowohl der Name als auch die Ortslage weisen darauf hin, daß Trunstadt als eine sehr alte Ansiedlung bis in die vorfränkische, also thüringsche Herrschaft im Bamberger Raum zurückgeht.

Trunstadt ist durch seine erstmals urkundliche Erwähnung im Jahre 793 zusammen mit Haid (Ober- bzw. Unterhaid) der älteste nachweisbare Ort im jetzigen Landkreis Bamberg und am Obermain.

Vom 12. Jahrhundert bis 1814 war der Ort Sitz der Rittergeschlechter der Drunstatt Ritter, derer von Rüsenbach (Erbauer unseres Schlosses in seiner jetzigen Anlage), von Redwitz, der von Schaumberg und von Bronsart.

Mit Bischof Philipp Valentin Voit von Rieneck zu Bamberg setzte eine neue Entwicklung ein. Er kaufte die Güter von Trunstadt, Stückbrunn, Weiher und Viereth und zwar nicht für das Hochstift, sondern für sich und seine Eigen- und Lehenserben. Am 27.10.1697 erhebt Kaiser Leopold in Wien den Freiherrn Voit von Rieneck zu Trunstadt in den Grafenstand. Letztere erklären ihren Besitz zu einem Fideikommis.

Rathaus TrunstadtNach dem Erlöschen des Rieneckgeschlechtes im Jahre 1814 gelangte das Schloßgut über den Freiherrn von Aretin an den Hofbankier Jakob von Hirsch (1816). Von den Nachbesitzern, den Juden Silbermann und Stern, wurde das Schloß von 1870 bis 1880 parzellenweise an die Gemeinde Trunstadt verkauft. Schon 10 Jahre später teilten die Haushaltsvorstände der alteingesessenen Familien - die 46er-, den zum Schloßgut gehörenden ausgedehnten Waldbesitz und die sogenannten Laubäcker und -wiesen, unter sich auf.

Trunstadt und Stückbrunn gehörten vom 11. Jahrhundert bis 1804 zur Cent Hoheneich. Ab Ende des 17. Jahrhunderts wurden die Voits von Rieneck zu Trunstadt mit der centbarlichen Obrigkeit belehnt, die sich auf die Voit von Rieneck'schen Untertanen erstreckte. Das Centgrafenamt war am Centhaus, später am Amtshaus am Schloßplatz in Trunstadt untergebracht. Der Burgturm im Nordwesten diente für die Orte im Norden der Cent Hoheneich als Gefängnis.

Auch die Pfarrei Trunstadt zählt zu den ältesten dieser Gegend.
Am 21.06.1013 wurde Trunstadt von seiner Mutterpfarrei, der würzburgischen Großpfarrei Hallstadt, ausgepfarrt. Hallstadt kam an das 1007 neu gegründete Bistum Bamberg.
Seit 1238 ist Trunstadt eigene Pfarrei, zu der die Orte Trunstadt, Stückbrunn, Staffelbach, Roßstadt, Dippach, Lembach, Weiher, Viereth (Grenze Viehbach), Tütschengreuth, Unter- und Oberhaid gehörten. Aus dem Pfarrverband schieden dann aus: 1403 Ober- und Unterhaid, 1853 Lembach, 1937 Viereth, Weiher und Tütschengreuth.
Erst im Jahre 1807 wurde die Pfarrei Trunstadt vom Bistum Würzburg dem Erzbistum Bamberg überlassen.

Im Zuge der kommunalen Gebietsreform wurde die Gemeinde Trunstadt zum 1.Mai 1978 in die Gemeinde Viereth eingegliedert. Bis zum 31.12.1979 war die Gemeinde mit Bischberg zusammen Teil einer Verwaltungsgemeinschaft, deren Sitz Bischberg war. Ab dem 01.01.1980 ist die Gemeinde Viereth wieder selbstständig. Zum 01.Juli 1980 wurde der Gemeindename Viereth aufgrund zwingender pfarramtlicher und geschichtlicher Tatbestände und Gegebenheiten der früheren Gemeinde Trunstadt in "Viereth-Trunstadt" geändert.

Quelle: Gedenkschrift zum 10-jährigen Bestehen der RK-Trunstadt von 1983

 
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